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Manche Geschichten möchten nicht erklärt werden.

Sie möchten erinnert werden.

Diese Geschichte ist aus meinem eigenen Weg entstanden.

Vielleicht erkennst du darin auch ein Stück deines eigenen Zuhauses wieder.



Die Frau, die ihr Zuhause neu baute


Es war einmal eine Frau, die glaubte, sie hätte ein Zuhause gefunden.


Nicht nur ein Haus aus Stein.


Sondern ein Zuhause in ihrem Herzen.


Sie liebte das Leben.


Sie liebte Menschen.


Sie glaubte an das Gute.


Sie glaubte daran, dass Liebe verbindet und dass Verständnis Brücken bauen kann.


Sie war überzeugt, dass jede Erfahrung einen Sinn in sich trägt und dass Mitgefühl stärker ist als Verurteilung.


Viele Jahre ging sie diesen Weg.


Mit offenem Herzen.


Mit großer Hingabe.


Mit der tiefen Sehnsucht, Leid zu verstehen und Verbindung zu schaffen.


Dann kam ein Tag, an dem ihr Zuhause in Flammen aufging.


Nicht nur das äußere.


Auch das innere.


Von einem Augenblick auf den anderen verlor sie den Boden unter ihren Füßen.


Sie konnte ihrer Wahrnehmung nicht mehr vertrauen.


Sie verstand ihren Körper nicht mehr.


Sie erkannte sich selbst kaum wieder.


Menschen, bei denen sie Schutz gesucht hatte, konnten ihr diesen Schutz nicht geben.


Manche sahen nur ihre Handlung.


Niemand fragte nach dem, was wirklich passiert war und nur wenige nach ihrem Schmerz.


Sie erklärte.


Sie schrieb.


Sie suchte das Gespräch. Manchmal schwieg sie, obwohl sie hätte schreien können. 


Sie hoffte auf Ehrlichkeit und eine gesunde Fehlerkultur.


Auf Mitgefühl.


Auf gemeinsames Lernen zum Wohle aller.


Immer wieder glaubte sie, nun würde jemand verstehen, worum es ihr wirklich ging.


Doch meist blieben Antworten aus.


Manche Reaktionen fühlten sich an wie neue Schüsse, die auf die Trümmer ihres Hauses trafen. 


Jedes Mal begann sie erneut aufzuräumen.


Erneut zu bauen.


Erneut zu hoffen.


Und jedes Mal schien ein neuer Sturm zu kommen.


Es hätte viele Gründe gegeben, bitter zu werden.


Es hätte viele Gründe gegeben, das Vertrauen in das Leben zu verlieren.


Es hätte viele Gründe gegeben, das Herz komplett zu verschließen.


Doch etwas in ihr tat etwas anderes.


Es weinte.


Es zweifelte.


Es stellte sich jeder Angst und jedem Gefühl. Es erschöpfte sich.


Und trotzdem blieb dort ein leises Wissen.


Ein Wissen, das tiefer war als alle Angst und jeder Zweifel.


Eine tiefe innere Weisheit, die sagte:


„Bleib.


Atme.


Vertraue.


Auch das wird eines Tages Sinn ergeben.“


Sie hätte gehen können, aber sie fand immer wieder zurück.


Nicht mehr weil sie stark sein wollte.


Sondern weil ihre Liebe zu ihren Kindern und das Vertrauen in das Leben sie immer wieder zurückführten.


Und weil das Leben sie trug, Schritt für Schritt.


Weil sie seit sehr vielen Jahren im Herzen die Vision der KinderWunderWelt trug.


Und weil sie dem Ruf ihrer Seele folgte.  


Sie lernte ihren Körper neu kennen.


Sie lernte ihrem Nervensystem zuzuhören.


Sie lernte, Gefühle nicht länger zu bekämpfen.


Sie lernte, dass Mitgefühl auch ihr selbst gelten darf.


Sie lernte, dass Wahrheit nicht laut sein muss.


Und sie lernte etwas, das sie früher nie für möglich gehalten hätte:


Ein Zuhause kann niederbrennen. Es kann beschossen werden.


Aber Heimat ist mehr als ein Ort.


Das wahre Zuhause entsteht dort, wo ein Mensch sich selbst NIE mehr verlässt.


Heute schaut sie auf die Trümmer ihres alten Hauses.


Nicht mit Verachtung.


Nicht mit Schuld. 


Nicht mit Scham.


Sondern mit Dankbarkeit, Selbstmitgefühl und Selbstliebe.


Denn zwischen den Steinen liegen Schätze.


Erfahrungen.


Erkenntnisse.


Liebe.


Mut.


Demut.


Mitgefühl.


Und unter all den Trümmern eine Würde, die niemals verloren gegangen ist – auch wenn sie sie zeitweise selbst nicht mehr fühlen konnte.


Sie hebt Stein für Stein auf.


Manche dürfen bleiben.


Andere lässt sie zurück.


Nicht aus Ablehnung.


Sondern weil sie ihr neues Zuhause nicht aus Angst, Mangel oder Bitterkeit bauen möchte.


Sondern aus Wahrheit und Liebe.


Heute weiß sie:

Nicht alles, was zerbrochen ist, muss repariert werden.


Manches darf losgelassen werden.


Und manches wird zum Fundament für etwas, das vorher noch gar nicht möglich gewesen wäre.


Sie baut langsam.


Mit tiefen Wurzeln.


Mit offenen Fenstern.


Mit Räumen, in denen geweint, gelacht, gespielt und geschwiegen werden darf.


Mit Platz für ihre eigenen und andere Kinder.


Platz für ihre Seelenfamilie.


Für wahre Freunde.


Für wahrhaftige und ehrliche Menschen, die eine Zeit lang mit ihr gehen.


Und in der Mitte dieses Hauses gibt es einen stillen Raum, zu dem nur sie Zugang hat.


Dort erinnert sie sich immer wieder daran, wer sie ist.


Nicht die Verletzung.


Nicht die Geschichte.


Nicht die Rollen.


Sondern der Mensch, der all das erlebt hat und dennoch seine Liebe zum Leben bewahrt hat.


Wenn sie heute in den Spiegel schaut, sieht sie keine Frau, die gescheitert ist.


Sie sieht eine Frau, die immer wieder aufgestanden ist.


Eine Frau, die ihren Werten treu geblieben ist, auch wenn Angst, Ohnmacht, Verzweiflung, Wut und Hass in ihr aufgestiegen sind.


Eine Frau, die gelernt hat, dass Würde nicht davon abhängt, wie andere auf ihre Geschichte blicken, was sie denken oder über sie sagen.


Eine Frau, die erfahren hat, dass Mitgefühl nicht erst dann wertvoll ist, wenn es erwidert wird.


Eine Frau, die erkannt hat, dass ihr Zuhause nicht mehr von den Entscheidungen anderer Menschen abhängt.


Sie baut es in sich.


Stein für Stein.

T

ag für Tag.


Und vielleicht ist genau das ihr größtes Geschenk an diese Welt:


Nicht, dass sie nie gefallen ist.


Sondern dass sie zeigt, wie ein Mensch sein Zuhause wiederfinden kann, ohne seine eigene Geschichte verleugnen zu müssen.


Und wenn sie eines Tages auf ihr Leben zurückblickt, wird sie vielleicht leise lächeln und sagen:


"Ich habe mein Zuhause nie verloren.


Ich musste es nur neu entdecken. 


IN MIR SELBST


Und diesmal habe ich es auf ein Fundament gebaut, das niemand mehr zerstören kann.“


Denn das Wahrhaftige kann niemals zerstört werden. 


Manchmal muss es nur unter den Trümmern 

wieder freigelegt werden. 


Die Geschichte wurde geschrieben von Tanja Vießmann-Schmell  | 19. Juli 2026 


Vielleicht ist dein Zuhause näher, als du glaubst.


Danke, dass du dir Zeit genommen hast, diese Geschichte zu lesen.


Wenn sie etwas in dir berührt hat, freue ich mich, wenn du mich auf meinem weiteren Weg begleitest.


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