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vor 22 Stunden
10 Min. Lesezeit

KinderWunderWelt – Meine große Vision für eine menschlichere Welt


Wie aus einem Kind in meinen Armen eine Vision wurde, die heute mein ganzes Lebenswerk mitprägt.


2009 hielt ich meine neugeborene Tochter zum ersten Mal in meinen Armen.


Ich schaute dieses kleine Wesen an und wusste in diesem Moment: Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um dieses heilige Leben zu schützen.


Ich wollte ihr ein Umfeld bieten, in dem sie ihre Potenziale entwickeln kann.


In dem sie sich möglichst frei entfalten darf.


In dem sie die Möglichkeit hat, das Wunder des Lebens selbst zu entdecken.


Damals wusste ich noch nicht, wie sehr dieser Wunsch mein Leben prägen würde.


Ich wusste nicht, welche Erfahrungen wir als Familie machen würden.

Welche Herausforderungen uns begegnen.

Welche Fragen ich mir stellen würde.


Und wie oft ich selbst noch lernen müsste, was es bedeutet, einen anderen Menschen wirklich in seiner Entwicklung zu begleiten.


Aber eines war mir klar:


Dieses Kind war kein Mensch, den ich nach meinen Vorstellungen formen wollte.


Es war ein Mensch, den ich auf seinem eigenen Weg achtsam begleiten wollte.



2010 – ein Name auf der Fahrt durch eine Allee


Ein Jahr später war ich auf der Rückreise von meiner Reiki-Lehrer-Ausbildung.


Ich fuhr durch eine Allee, als plötzlich ein Name in mir auftauchte:


KinderWunderWelt.


Er war einfach da.


Und wie es so meine Art ist, begann ich sofort, darüber nachzudenken, was daraus entstehen könnte.


Eine Idee braucht schließlich ein Konzept.


Ein Konzept braucht einen Plan und eine Website.


Und wenn ich eine Vision habe, möchte ich sie am liebsten direkt in die Welt bringen. 😉


Doch das Leben hatte andere Pläne.


Es hat mir in den folgenden Jahren immer wieder gezeigt, dass ich die KinderWunderWelt zunächst in meinem eigenen Leben verwirklichen durfte.


Mit meinen Kindern.


Und mit den Kindern, die im Laufe der Jahre zu uns gefunden haben und die wir ein Stück ihres Weges begleiten durften.


Nicht als fertiges Projekt.


Nicht als Institution.


Sondern als gelebte Haltung im Alltag.


Nicht ER-Ziehung. Sondern Beziehung.


Was bedeutet es eigentlich, ein Kind in seiner Entwicklung zu begleiten?


Für mich beginnt diese Frage nicht bei Methoden, Regeln oder der Vorstellung, wie ein Kind später einmal sein sollte.


Sie beginnt beim Kind selbst.


Bei seiner Würde.


Seinen Bedürfnissen.


Seinen Fähigkeiten.


Seiner Verletzlichkeit.


Seinen Interessen.


Seinen Grenzen.


Und bei der Frage, welche Bedingungen es braucht, um sich entwickeln zu können.


Ich spiele deshalb gerne mit den Worten:


Nicht ER-Ziehung. Sondern Beziehung.


Damit meine ich nicht, dass Kinder keine Orientierung oder Grenzen brauchen.

Ganz im Gegenteil.


Kinder brauchen Erwachsene, die Verantwortung übernehmen.


Die schützen.

Begleiten.

Wissen vermitteln.

Grenzen setzen.

Und Entscheidungen treffen, die ein Kind noch nicht selbst tragen kann.


Aber sie brauchen ebenso Menschen, die ihnen zuhören.


Die bereit sind, ihre eigene Sichtweise zu hinterfragen.


Die verstehen möchten, was hinter einem Verhalten liegen könnte.


Und die nicht vergessen, dass ein Kind bereits ein Mensch mit eigener Würde ist.


Nicht erst dann, wenn es erwachsen ist.


Nicht erst dann, wenn es etwas leistet.


Und nicht erst dann, wenn es sich unseren Erwartungen entsprechend verhält.



Was ich heute in meinen Kindern sehe


Wenn ich heute meine Kinder anschaue, dann erfüllt mich vieles mit Dankbarkeit.


Ich sehe, wie sie im Alltag handeln.


Wie sie mit anderen Menschen und ihren Freundinnen und Freunden umgehen.


Wie sie Beziehungen gestalten.


Wie sie Entscheidungen treffen.


Und ich glaube, dass uns auf unserem gemeinsamen Weg bis heute vieles ganz gut gelungen ist.


Dabei war und ist unser Familienleben keineswegs perfekt.


Wir konnten unseren Kindern nicht immer alles Materielle bieten, was wir ihnen gerne ermöglicht hätten.


Wir konnten ihnen noch nicht all die Orte dieser Welt zeigen, die wir ihnen gerne schon gezeigt hätten.


Wir haben Fehler gemacht.


Wir haben nicht immer bewusst gehandelt.


Und unsere Kinder mussten in den vergangenen Jahren auch tiefgreifende und belastende Erfahrungen machen.


Manches davon hätten wir ihnen von Herzen gerne erspart.


Ich erzähle das bewusst.


Denn meine KinderWunderWelt ist keine Vorstellung von einer Familie, in der immer alles richtig läuft.


Es geht nicht darum, Kinder vor jeder Schwierigkeit zu bewahren oder ihnen eine vollkommen konfliktfreie Kindheit zu ermöglichen.


Das wäre weder realistisch noch in jeder Hinsicht hilfreich.


Es geht darum, ihnen auch in schwierigen Zeiten als Menschen zu begegnen.


Verantwortung zu übernehmen.


Fehler eingestehen zu können.


Dazuzulernen.


Grenzen und Bedürfnisse ernst zu nehmen.


Und ihnen möglichst viel von dem mitzugeben, was sie für ihren eigenen Weg brauchen.


Wenn ich heute sehe, wie unsere Kinder mit anderen Menschen umgehen, dann hoffe ich, dass wir dazu einen wertvollen Beitrag leisten konnten. Vielleicht haben wir ihnen einen Teil des Bodens mitgegeben, auf dem sie ihre eigenen Wurzeln entwickeln konnten.


Nicht allein.


Denn Kinder werden von vielen Menschen, Beziehungen und Erfahrungen geprägt.


Und sie sind eigenständige Persönlichkeiten.


Sie bringen etwas mit, wenn sie zu uns kommen.


Eine eigene Neugier. Eigene Gedanken. Eigene Fragen an das Leben.


Meine Kinder haben mir viele kluge Fragen gestellt. Neben unzähligen „Warum-Fragen“ hat mich eine davon besonders tief berührt.


Mein Sohn war damals vier Jahre alt. Es war genau der Tag, an dem ich entschieden hatte, ihn aus dem Kindergarten abzumelden, weil die Trennung für ihn und auch mich sehr belastend war und sich die Bedingungen dort verändert hatten.


An diesem Tag fragte er mich:


„Mama, wissen die Menschen nicht, dass wir hier sind, um uns zu lieben und nicht um uns zu verletzen?“


Diese Frage werde ich wohl niemals vergessen.


Ich fragte mich in diesem Moment ernsthaft, was wir unseren Kindern eigentlich beibringen wollen.


Und ob wir Erwachsenen manchmal nicht mindestens genauso viel von ihnen lernen können wie sie von uns.


Natürlich brauchen Kinder unsere Erfahrung, unser Wissen, unsere Orientierung und unsere Verantwortung.


Aber vielleicht brauchen wir Erwachsenen manchmal auch ihre Fragen.


Fragen, die uns daran erinnern, dass unsere gewohnten Vorstellungen nicht das ganze Bild sind.


Und dass Menschlichkeit nicht erst etwas ist, das wir Kindern für ihr späteres Leben vermitteln möchten.


Sie beginnt in der Art, wie wir ihnen und einander heute begegnen.


Denn Kinder lernen am meisten von dem, was wir ihnen vorleben.



Kinder brauchen nicht nur liebevolle Eltern – sondern auch gute Bedingungen


Mit den Jahren wurde meine Vision größer.


Denn je mehr ich mich mit Menschen, Entwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhängen beschäftigte, desto deutlicher wurde mir:


Es reicht nicht, ausschließlich an die Verantwortung einzelner Eltern zu appellieren.


Natürlich tragen Eltern Verantwortung.


Aber auch Eltern leben unter bestimmten Bedingungen.


Sie müssen ihren Lebensunterhalt sichern.

Berufliche Anforderungen erfüllen.

Mit eigenen Erfahrungen und Belastungen umgehen.

Entscheidungen treffen.


Und häufig sehr unterschiedliche Bedürfnisse miteinander vereinbaren.

Deshalb dürfen wir fragen:


Welche Bedingungen schaffen wir für Familien?

Welche Wahlmöglichkeiten haben Eltern tatsächlich?

Und welchen Wert messen wir gesellschaftlich der Begleitung von Kindern bei?



Frühbetreuung muss Beziehung ermöglichen


Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Kinderbetreuung nicht vor allem unter der Frage betrachtet wird, wie möglichst viele Kinder möglichst früh untergebracht werden können.


Sondern unter der Frage:


Welche Bedingungen brauchen Kinder, damit sie sich auch außerhalb ihrer Familie sicher, verbunden und gut begleitet fühlen können?


Frühkindliche Betreuung kann für Kinder und Familien wertvoll sein.


Sie kann Beziehungen ermöglichen, Entwicklung unterstützen und Familien entlasten.


Aber dafür braucht es geeignete Rahmenbedingungen.


Verlässliche Bezugspersonen.

Ausreichend Zeit.

Qualifiziertes und unterstütztes Personal.

Räume für Spiel und Entdeckung.

Und die Möglichkeit, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder einzugehen.


Betreuung darf nicht zur bloßen Aufbewahrung werden.


Das ist keine Kritik an den Menschen, die tagtäglich in Kindertageseinrichtungen arbeiten.

Im Gegenteil. Sie leisten einen sehr wertvollen Beitrag und ich bin sehr dankbar für die liebevolle und achtsame Begleitung meiner Kinder, die wir über lange Zeit genießen durften.


Hier stellt sich die Frage, welche Bedingungen wir ihnen geben, damit sie ihre wichtige Arbeit verantwortungsvoll und menschlich gestalten können.



Eltern brauchen echte Wahlmöglichkeiten


Gleichzeitig wünsche ich mir, dass Mütter und Väter, die ihre Kinder selbst länger zu Hause begleiten möchten, diese Möglichkeit haben.


Ohne dadurch in Armut zu geraten.

Ohne erhebliche Nachteile für ihre spätere Altersvorsorge hinnehmen zu müssen.

Ohne langfristige Benachteiligung, weil sie zeitweise mehr Sorgearbeit übernommen haben.

Und ohne dass diese Entscheidung automatisch an einem Elternteil hängen bleibt.


Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, eine bestimmte Familienform vorzuschreiben.


Ich möchte weder Müttern noch Vätern sagen, wie sie ihre Familie organisieren sollen.


Und ich möchte schon gar nicht die schwierigen Seiten familiärer Sorgearbeit romantisieren.


Eltern brauchen auch Entlastung, eigene Entwicklungsmöglichkeiten und soziale Unterstützung.


Es geht mir um wirkliche Wahlfreiheit unter tragfähigen Bedingungen.


Denn eine Entscheidung ist nur begrenzt frei, wenn eine der Möglichkeiten mit existenziellen finanziellen Nachteilen verbunden ist.


Und wenn wir die Begleitung von Kindern für gesellschaftlich wertvoll halten, dürfen wir uns fragen, wie sich dieser Wert in unseren Strukturen tatsächlich widerspiegelt.



Wenn persönliche Verantwortung an systemische Grenzen stößt


Warum beschäftigt mich die Frage nach tragfähigen gesellschaftlichen Bedingungen so sehr?


Weil ich diese Spannungsfelder aus meinem eigenen Leben kenne.


Ich weiß, wie es ist, Verantwortung für die Familie und gleichzeitig wirtschaftliche Verantwortung zu tragen.


Ich kenne den Wunsch, die eigenen Kinder bewusst zu begleiten, ihnen Zeit, Nähe und Sicherheit zu schenken.


Und ich kenne die finanziellen und persönlichen Herausforderungen, die entstehen können, wenn sich diese Entscheidung nicht ohne Weiteres mit den bestehenden Rahmenbedingungen vereinbaren lässt.


Dabei konkurrieren menschliche Grundbedürfnisse miteinander.


Das Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit.

Nach Zeit für die Kinder.

Nach Nähe und Beziehung.

Nach Erholung.

Nach Gesundheit.

Nach beruflicher Entwicklung und Selbstbestimmung.


Diese Bedürfnisse sind nicht falsch.


Und häufig wissen Mütter, Väter und Familien sehr genau, was sie eigentlich bräuchten.


Doch dieses Wissen allein verändert noch keine wirtschaftlichen Verpflichtungen, keine Betreuungsbedingungen und keine gesellschaftlichen Strukturen.


Ich habe selbst erfahren, wie sich durch äußere Ereignisse Lebensbedingungen grundlegend verändern können und wie schwerwiegend sich anhaltende Belastungen auf einen Menschen auswirken können.


Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf menschliche Grundbedürfnisse, unser Nervensystem, psychische Gesundheit und gesellschaftliche Bedingungen nachhaltig geprägt.


Deshalb möchte ich nicht ausschließlich darüber sprechen, wie Menschen sich selbst besser regulieren, organisieren oder optimieren können.


All das kann hilfreich sein.


Aber persönliche Entwicklung allein kann nicht jede strukturelle Schwierigkeit lösen.


Wenn Menschen dauerhaft zwischen berechtigten Bedürfnissen wählen müssen, sollten wir nicht nur fragen, wie sie belastbarer werden können. Wir sollten auch fragen, wie wir ihre Lebensbedingungen menschlicher gestalten können.


Genau hier beginnt für mich die Verantwortung unserer Gesellschaft.


Nicht als Ersatz für persönliche Verantwortung.


Sondern als notwendige Ergänzung.


Denn Menschen prägen Systeme.

Und Systeme prägen Menschen.



Warum ich nicht nur Brände löschen möchte


Ein Gedanke begleitet mich seit vielen Jahren:


Wir beschäftigen uns in unserer Gesellschaft häufig erst dann intensiv mit Problemen, wenn ihre Folgen bereits sichtbar geworden sind.


Wenn Menschen überlastet sind.


Wenn Beziehungen zerbrechen.


Wenn Kinder auffällig werden oder sich zurückziehen.


Wenn Konflikte eskalieren.


Wenn Menschen Unterstützung brauchen, weil sie belastende Erfahrungen gemacht haben.


Dann versuchen wir zu helfen.

Zu stabilisieren.

Zu begleiten.

Zu reparieren.


Wir löschen Brände.


Und natürlich müssen wir das tun, wenn es brennt.


Doch gleichzeitig frage ich mich:


Was wäre, wenn wir einen Teil unserer Kraft darauf verwenden würden, die Bedingungen zu verändern, unter denen manche dieser Brände überhaupt entstehen?


Was wäre, wenn wir früher beginnen?


Bei menschlichen Bedürfnissen.


Bei sicheren und verlässlichen Beziehungen.


Bei der Unterstützung von Familien.


Bei guten Entwicklungsbedingungen.


Bei der Wertschätzung von Sorgearbeit.


Bei der Frage, wie wir Kindern und Erwachsenen begegnen.


Nicht jede belastende Erfahrung lässt sich verhindern.


Nicht jede Schwierigkeit ist Folge ungünstiger Bedingungen.


Und auch unter guten Voraussetzungen werden Menschen mit Schmerz, Konflikten und Verlusten konfrontiert.


Aber wir können Bedingungen gestalten, die Entwicklung unterstützen, Risiken verringern und Menschen helfen, mit Herausforderungen umzugehen.


Dafür brauchen wir nicht nur Wissen über den Menschen.


Wir brauchen auch den Mut, unsere gesellschaftlichen Strukturen zu betrachten.


Menschen prägen Systeme. Systeme prägen Menschen.



Die Eichel und der Boden


In meinem Lebenswerk begleitet mich das Bild einer Eiche.


Eine Eichel trägt Möglichkeiten in sich.


Doch was aus ihr wachsen kann, hängt nicht nur von ihr selbst ab.


Es hängt auch davon ab, auf welchen Boden sie fällt.


Ob sie Licht bekommt.

Wasser.

Nährstoffe.

Raum.

Und Bedingungen, unter denen sie wachsen kann.


Dieses Bild erinnert mich an unsere Verantwortung für Kinder.


Wir können nicht bestimmen, welche Menschen aus ihnen werden.


Und wir sollten sie auch nicht nach einem vorgegebenen Ideal formen wollen.


Aber wir können mitgestalten, unter welchen Bedingungen sie aufwachsen.


Wir können ihnen Schutz und Orientierung bieten.


Ihre Bedürfnisse ernst nehmen.


Ihre Fähigkeiten entdecken helfen.


Ihre Neugier bewahren.


Und ihnen ermöglichen, eigene Erfahrungen zu machen.


Wir können nicht entscheiden, welche Eiche aus einer Eichel wird.

Aber wir können mitgestalten, auf welchen Boden sie fällt.



KinderWunderWelt und BRÜCKEN DER MENSCHLICHKEIT


Heute ist die KinderWunderWelt für mich untrennbar mit einer größeren Frage verbunden:


Was dient einem würdevollen Leben und dem Menschen?


Diese Frage steht auch hinter meinem Wirken unter dem Dach von BRÜCKEN DER MENSCHLICHKEIT.


Denn Kinder entwickeln sich nicht losgelöst von ihrer Umwelt.


Sie wachsen in Familien auf.

In Gemeinschaften.

In Bildungseinrichtungen.

In einer Gesellschaft, die bestimmte Entscheidungen trifft und bestimmte Bedingungen schafft.


Wenn wir Kindern eine gute Zukunft wünschen, müssen wir deshalb auch die Gegenwart betrachten, in der sie leben.


Und die Menschen, die sie begleiten.


Wie gehen wir miteinander um?

Wie sprechen wir über Menschen, die anders sind als wir?

Wie reagieren wir auf Fehler und Konflikte?

Wie verteilen wir Verantwortung?

Welche Bedürfnisse werden gesehen?

Welche Perspektiven fehlen?

Und welche Entscheidungen treffen wir über die Bedingungen, unter denen Menschen leben und sich entwickeln können?


Die KinderWunderWelt ist deshalb für mich keine isolierte Kinderidee.


Sie ist Ausdruck einer Haltung, die mein ganzes Lebenswerk durchzieht.


Menschlichkeit beginnt dort, wo wir die Würde eines Menschen ernst nehmen – und Verantwortung für das übernehmen, was wir mitgestalten und beeinflussen können.



Meine große Vision


Ich wünsche mir eine Welt, in der kein Kind Hunger leiden muss.

Kein Mensch mehr Krieg erleben muss.


Eine Welt, in der Kinder nicht aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Lebensbedingungen oder ihrer individuellen Voraussetzungen weniger wert sind oder weniger Möglichkeiten erhalten.


Eine Welt, in der wir wissen, wie sehr verletzende und belastende Erfahrungen Menschen prägen können.


Und in der wir deshalb achtsamer und mitfühlender miteinander umgehen.


Nicht, weil wir immer alles verstehen.

Nicht, weil wir immer einer Meinung sind.

Und auch nicht, weil wir glauben, Konflikte vollständig vermeiden zu können.


Sondern weil wir erkennen, dass unser Umgang miteinander Folgen hat.


Ich wünsche mir eine Welt, in der Kinder gesehen werden, ohne erst auffallen zu müssen.


In der sie nicht erst funktionieren müssen, um dazuzugehören.


In der ihre Begeisterung, ihre Neugier und ihre Freude am Entdecken Platz haben.


In der Eltern Unterstützung und echte Wahlmöglichkeiten erfahren.


In der Menschen, die Kinder begleiten, unter Bedingungen arbeiten können, die gute Beziehungen ermöglichen.


Und in der wir uns als Gesellschaft nicht nur fragen, wie wir mit den Folgen schwieriger Erfahrungen umgehen.


Sondern auch, welche Bedingungen wir heute schaffen können, um Kindern eine möglichst gute Entwicklung zu ermöglichen.


Ich weiß, dass diese Vision groß ist.


Vielleicht sogar größer, als das, was ich in meinem eigenen Leben verwirklichen kann.


Aber ich möchte weiterhin alles in meiner Macht Stehende tun, um dazu beizutragen.


Nicht als jemand, der alle Antworten kennt.


Sondern als Mensch, der Fragen stellt.


Der Puzzleteile sammelt.


Der Perspektiven verbindet.


Und der daran glaubt, dass wir gemeinsam mehr gestalten können, als jeder Einzelne für sich.


Wenn ich heute an den Moment zurückdenke, in dem ich 2009 meine Tochter zum ersten Mal in meinen Armen hielt, dann erkenne ich darin den Anfang dieser Vision.


Und wenn ich an die Allee im Jahr 2010 denke, in der plötzlich der Name KinderWunderWelt auftauchte, dann muss ich lächeln.


Damals wollte ich sofort ein Konzept entwickeln.


Heute weiß ich:


Die KinderWunderWelt durfte zuerst gelebt werden.

Nicht perfekt.

Aber immer mit dem Bewusstsein, dass uns zu der Zeit zur Verfügung stand.


Und vielleicht darf sie nun, Schritt für Schritt, über unser eigenes Leben hinauswachsen.


Nicht als perfekte Welt.


Sondern als eine Welt, in der wir immer bewusster fragen:


Was dient dem Menschen?

Was dient einem würdevollen Leben?

Und welche Bedingungen möchten wir für die Kinder schaffen, denen diese Welt einmal gehören wird?


Ich wünsche mir, dass unsere Kinder und Kindeskinder noch staunen, entdecken, spielen, fragen und unter alten Eichen tanzen dürfen.


Und dass wir ihnen nicht nur sagen, wie wertvoll das Leben ist.


Sondern es ihnen durch die Art zeigen, wie wir miteinander umgehen.


KinderWunderWelt.

Eine Vision, die mit einem kleinen Wunder begann.

Und vielleicht eines Tages viele Leben berührt.



Lassen wir uns weiterhin auf die Wunder des Lebens ein und schauen voller Vertrauen, wo es uns hinführt.


In tiefer Liebe und Verbundenheit für meine Kinder und die Kinder dieser Welt,


Tanja Vießmann-Schmell | Oktober 2026

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