- Tanja Vießmann-Schmell

- 29. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Die Quelle in dir
– Warum wir nicht werden müssen, sondern uns erinnern dürfen
Manchmal verbringen wir Jahre damit, im Außen nach etwas zu suchen, das wir längst in uns tragen.
Nach Antworten. Nach Anerkennung. Nach Sicherheit.
Nach dem Gefühl, endlich richtig zu sein.
Auch ich bin diesen Weg gegangen.
Ich habe Bücher gelesen, Ausbildungen gemacht, Methoden kennengelernt und nach Orientierung gesucht.
Vieles davon war wertvoll.
Und doch führte mich das Leben immer wieder zu derselben Erkenntnis zurück:
Die wichtigste Quelle liegt nicht außerhalb von uns. Sie liegt in uns selbst.
Heute glaube ich nicht mehr, dass wir zu einem anderen Menschen werden müssen.
Ich glaube, wir dürfen uns erinnern.
So wie in einer Eichel bereits die ganze Eiche angelegt ist, trägt auch jeder Mensch ein einzigartiges Potenzial in sich.

Niemand erwartet von einer Eichel, dass sie ein Apfelbaum wird.
Und doch vergleichen wir Menschen uns oft miteinander, passen uns an und versuchen zu werden, was andere von uns erwarten.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl.
Nicht gut genug zu sein.
Anders zu sein.
Dich zu fragen, ob mit dir etwas nicht stimmt.
Gerade Menschen, die die Welt besonders fein wahrnehmen, verlieren sich manchmal zwischen den Erwartungen anderer und ihrer eigenen inneren Wahrheit.
Auch ich habe mich auf meinem Weg zeitweise verloren.
Nicht, weil meine innere Quelle verschwunden war.
Sondern weil sie unter vielen Schichten verborgen lag – unter Erfahrungen, Prägungen, Glaubenssätzen und Verletzungen.
Erst als mich das Leben dazu zwang, still zu werden, begann ich wieder zuzuhören.
Nicht den Stimmen im Außen.
Sondern der leisen Stimme in mir.
In dieser Zeit entstand das Gedicht „Die Quelle in dir“, aus dem später mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ein Lied wurde.
Es erinnert mich bis heute daran, dass Entwicklung nicht bedeutet, jemand anderes zu werden.
Sondern Schicht für Schicht das freizulegen, was längst in uns angelegt ist.
Die Natur erinnert uns jeden Tag daran.
Ein Samen braucht Zeit.
Eine Raupe wird nicht über Nacht zum Schmetterling.
Der Winter ist kein Fehler des Frühlings.
Alles hat seinen eigenen Rhythmus.
Warum sollte das bei uns Menschen anders sein, wo wir doch auch ein Teil der Natur sind?
Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich heute von Erinnerungsräumen spreche.
Nicht, weil ich Menschen verändern möchte.
Sondern weil ich Räume schaffen möchte, in denen sie sich selbst wieder begegnen können.
Räume, in denen Würde wichtiger ist als Perfektion.
Menschlichkeit wichtiger als Selbstoptimierung.
Und Verbindung wichtiger als Bewertung.
Ich wünsche mir eine Welt, in der jeder Mensch seine eigene Melodie wiederfindet und den Mut hat, sie in das große Konzert des Lebens einzubringen.
Denn gerade unsere Unterschiedlichkeit macht dieses Leben reich.
Vielleicht brauchst du heute keine neue Methode.
Vielleicht brauchst du nur einen Moment der Stille.
Einen Atemzug.
Eine Erinnerung.
Die Erinnerung, dass alles, was du für deinen nächsten Schritt brauchst, bereits in dir angelegt sein könnte.
🎙️ Wenn dich dieser Gedanke berührt, findest du die passende Podcastfolge „Die Quelle in dir“ sowie das gleichnamige Lied in meinem Podcast „Zuhause in mir“.
Vielleicht begleitet dich beides ein kleines Stück auf deinem eigenen Weg zurück zu deiner inneren Quelle.
Von Herzen, Tanja
.png)



Kommentare