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  • Autorenbild: Tanja Vießmann-Schmell
    Tanja Vießmann-Schmell
  • 20. Dez. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Erschöpfung als Ruf nach Wahrheit

Warum wir nicht versagen – sondern ein System uns erschöpft

von Tanja Vießmann-Schmell


Die Wahrheit, die wir fühlen


Es gibt eine Form von Erschöpfung, die sich nicht durch Schlaf beheben lässt.

Sie sitzt tiefer.


Im Brustkorb.

Im Nervensystem.

Im Herzen.


Viele Menschen – insbesondere Frauen – kennen sie.


Diese stille Müdigkeit, die nicht vom „Zuviel-Tun“ kommt, sondern vom Zu-viel-Tragen.


Diese Erschöpfung ist kein individuelles Problem.

Sie ist kein persönliches Versagen.

Und sie ist ganz sicher kein Zeichen von Schwäche.


Sie ist ein gesellschaftliches Symptom.


Ein kollektiver Ruf nach Wahrheit.

Ein Spiegel unserer Zeit.


Und genau diesen Spiegel dürfen wir uns jetzt zumuten.


Frauen tragen Unsichtbares – und das Unsichtbare trägt die Welt


Wenn eine Frau erschöpft ist, liegt es fast nie nur an ihr.


Frauen tragen – oft gleichzeitig:


  • emotionale Verantwortung

  • Familienstrukturen

  • Beziehungen

  • mentale Last (Mental Load)

  • Alltagsorganisation

  • Fürsorgearbeit

  • Sorge um das Wohlergehen anderer

  • unausgesprochene Erwartungen

  • und die unsichtbaren Fäden, die Systeme zusammenhalten


Frauen sind in vielen gesellschaftlichen Strukturen die emotionale und soziale Klammer.


Nicht, weil sie „dafür gemacht wären“,sondern weil Systeme sich daran gewöhnt haben, dass sie diese Rolle übernehmen.


Die bittere Wahrheit ist jedoch:


  • Wenn Frauen zusammenbrechen, geraten Familien ins Wanken.

  • Wenn Frauen ausbrennen, zerbrechen Beziehungen.

  • Wenn Frauen erschöpft sind, verlieren Unternehmen Stabilität.

  • Wenn Frauen dauerhaft überfordert sind, leidet eine ganze Gesellschaft.


Das ist kein Angriff auf Männer. Auch Männer stehen unter enormem Druck –oft im Modus des finanziellen Funktionierens und der Absicherung.


Es geht nicht um Frauen gegen Männer. Es geht um Menschen in Strukturen, die ihre menschliche Natur ignorieren.


Mütter leben nicht 8–17 Uhr – sie leben 24/7


Wir sprechen gerne von Arbeitszeiten. Von Work-Life-Balance. Von klaren Zuständigkeiten.


Doch Mutterschaft folgt keinem Schichtplan.


Mütter:

  • sind nachts wach

  • sind morgens zuerst da

  • sind abends die letzten, die loslassen

  • halten kranke Kinder

  • halten emotionale Räume

  • fangen Stimmungen auf

  • schließen Versorgungslücken

  • kompensieren systemische Defizite


Mütter haben keinen Feierabend.


Sie haben ein offenes Herz im Dauereinsatz.


Wenn Mütter erschöpft sind, dann nicht, weil sie „nicht belastbar genug“ wären, sondern weil sie über Jahre hinweg zu viel Verantwortung ohne ausreichende Unterstützung tragen.


Kinder als kleine Nervensysteme – was wir strukturell übersehen


Kinder kommen mit offenen, sensiblen Nervensystemen zur Welt.


Sie brauchen:


  • Bindung

  • Verlässlichkeit

  • emotionale Resonanz

  • sichere Bezugspersonen

  • Zeit


Wenn Kleinkinder früh in Betreuung müssen, nicht aus freier Wahl, sondern aus ökonomischer Not, dann ist das kein Fortschritt –sondern oft eine gesellschaftliche Notlösung.


Zu wenig Personal. Zu große Gruppen. Zu wenig echte Beziehung.


Was wir dann beobachten:


  • frühe Anpassung

  • frühe Überforderung

  • frühe Stressmuster

  • frühe Entfremdung vom eigenen Empfinden


Wir nennen es „frühe Förderung“.


Doch häufig ist es: frühe Erschöpfung.


Schule, Leistung und der Verlust von Selbstkontakt


In einem Bildungssystem, das vor allem auf:


  • Vergleich

  • Bewertung

  • Noten

  • Anpassung

  • Funktionieren


ausgerichtet ist, verlieren viele Kinder früh den Kontakt zu sich selbst.


Sie lernen, wer sie sein müssen, statt zu entdecken, wer sie sind.


Das prägt Nervensysteme für Jahrzehnte.


Erschöpfung ist kein persönliches Problem – sie ist strukturell


Wir leben in Systemen, die seit Generationen auf:


  • Leistung

  • Effizienz

  • Wachstum

  • Optimierung


ausgerichtet sind.


Diese Systeme funktionieren wirtschaftlich –aber sie erschöpfen menschlich.


Kein Mensch ist dafür gemacht, dauerhaft gegen seine eigenen Bedürfnisse zu leben.


Deshalb ist Selbstfürsorge allein nicht genug.


Du kannst noch so bewusst sein.

Noch so reflektiert.

Noch so spirituell offen.


Wenn du in Strukturen feststeckst, die existenzielle Sicherheit untergraben, gerät jedes Nervensystem früher oder später an seine Grenze.


Warum Sicherheit die Grundlage von Frieden ist


Ein reguliertes Nervensystem braucht Sicherheit.


Fehlt diese Sicherheit:


  • steigt Angst

  • steigt Stress

  • steigt Reizbarkeit

  • steigt Aggression

  • steigt Gewaltbereitschaft


Das ist kein moralisches Versagen –es ist Biologie.

Wo existenzielle Not herrscht, entsteht selten Frieden.


Welche strukturellen Veränderungen wir jetzt brauchen


Wenn wir es ernst meinen mit Heilung, Resilienz und Frieden, brauchen wir:


Soziale & wirtschaftliche Grundlagen


  • bezahlbaren Wohnraum

  • Löhne, von denen Familien leben können

  • Entlastung von Familien mit Kindern

  • faire Steuerpolitik

  • Anerkennung von Care-Arbeit


Bildung & Betreuung


  • bindungsorientierte Kinderbetreuung

  • mehr Personal in Kitas & Schulen

  • kleinere Gruppen

  • Zeit für Beziehung statt nur Verwaltung


Gesundheit & Prävention


  • ganzheitliche Präventionsprogramme

  • Trauma- und Nervensystemwissen

  • psychische Gesundheit als Grundversorgung


Gesellschaftlicher Kulturwandel


  • Entstigmatisierung von Erschöpfung

  • weniger Leistungsdogma

  • mehr Menschlichkeit

  • mehr Wahrheit

  • mehr Mitgefühl


Kein Wellness. Keine Kosmetik. Sondern echte, strukturelle Verantwortung.


Was wir selbst tun können – ohne uns zu überfordern


Die große Veränderung beginnt nicht im System allein.


Aber sie beginnt auch nicht nur im Individuum.


Wir können:


  • unsere Wahrheit aussprechen

  • Grenzen setzen

  • uns vernetzen

  • Verantwortung sichtbar machen

  • politische Prozesse mitgestalten

  • unseren Kindern andere Werte vorleben

  • Menschlichkeit wieder priorisieren


Nicht aus Kampf. Sondern aus Klarheit.


Wenn eine Frau heilt, heilt mehr als sie selbst


Wenn eine Frau beginnt, sich selbst ernst zu nehmen, verändert sich etwas.


In ihrer Familie.

In ihren Beziehungen.

In ihrem Umfeld.


Wenn viele Frauen das tun, verändert sich eine Gesellschaft.


Nicht laut. Nicht aggressiv. Sondern tief.


Erschöpfung ist kein Scheitern.

Sie ist ein Signal.


Ein Ruf nach Wahrheit.

Nach Würde.

Nach einem neuen Miteinander.

Und vielleicht ist genau jetzt die Zeit, diesen Ruf nicht mehr zu überhören.



Manches lässt sich nicht allein sortieren.


Ein stiller Neubeginn – auch für Dich?


Wenn Du spürst, dass Du gerade nicht „mehr Input“, sondern echte Entlastung brauchst, dann möchte ich Dich einladen.


Ich habe meine 1:1 Angebote klar fokussiert:


  • eine 90-minütige RESET-Session zur akuten Stabilisierung


  • und eine 6–12-wöchige intensive Begleitung, wenn Du tiefer gehen möchtest.


Beide Angebote sind traumasensitiv, körperorientiert und darauf ausgerichtet, Dein Nervensystem wieder in Sicherheit zu bringen.


🎁 Als Dankeschön & Weihnachtsimpuls:


Bis 31.12.2024 erhältst Du 10 % auf Deine Buchung.


Wenn du dir Klarheit, Stabilität oder einen nächsten inneren Schritt wünschst, begleite ich dich gern ein Stück.




Tanja Vießmann-Schmell - Traumasensitives Coaching




Von ganzem Herzen alles Liebe zu Dir, Tanja


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